Malen nach dem Kanon

Kanon nach dem Begründer der Beuroner Kunst, Peter (P. Desiderius) Lenz OSB (1832–1928)

Gott schuf alles nach Maß, Zahl und Gewicht… (Altes Testament, Buch der Weisheit 11.20).

Auf der Grundlage dieses Satzes baute Lenz ein Gesetz auf, das er auf Kunsthandwerk (z.B. Kommuniongefäße), auf die Schaffung von Skulpturen und Gemälden, aber auch auf den Bereich der Architektur anwandte.

Es beginnt laut Lenz mit der Zeichnung eines Kreises. Er ist ein Symbol für die Sonne, für die Welt, für das Leben und die Unendlichkeit. Mit Hilfe von Zahlen (Zählen, Rechnen) kann man z.B. ein regelmäßiges Sechseck in einen Kreis setzen. Der auf den Umfang des Kreises angewandte Radius des Kreises erzeugt sechs Punkte. Durch die Verbindung der Punkte ACE und BDF entstehen zwei gleichseitige Dreiecke, die ein Hexagon (Hexagramm, Davidstern), die Basis von Lenz‘ Kanon, bilden.

Gewicht – (Un-Gewicht) manifestiert sich in der Harmonie. Schönheit drückte Lenz durch Symmetrie aus. Figuren, Skulpturen und Architektur sind entlang der vertikalen und horizontalen Achse symmetrisch, also harmonisch.

Maß, Zahl und Gewicht sind unveränderlich. Lenz ließ sich von der beständigen numerischen Vergangenheit inspirieren, die bis in das künstlerische Zeitalter des alten Ägypten zurückreicht.